Seit fast 400 Millionen Jahren gibt es ihn, den Schachtelhalm. Ein lebendes Fossil, das im Karbon ganze Wälder füllte und Stämme von über zehn Metern Höhe ausbildete.
Die vielen volkstümlichen Bezeichnungen dieser Pflanze zeigen, wie vertraut die Menschen seit jeher mit dem Schachtelhalm sind. Man kennt den Schachtelhalm unter folgenden Namen:
- Katzenwedel: Wahrscheinlich ist dieser Begriff eher auf das Eichhörnchen (Eichkatze) als auf die gemeine Hauskatze zurückzuführen.
- Pferdeschwanz: Der lateinische Gattungsname Equisetum bedeutet Pferdehaar
- Zinnkraut, Scheuerkraut: Bevor Meister Proper & Co. den Markt regierten, konnte man mit dem Schachtelhalm prima sein Zinngeschirr reinigen.
- Schachtelhalm: Dieser Begriff leitet sich von seinem Aussehen, nämlich dem gegliederten Stengel ab.
Soviel zur Begrifflichkeit, nun aber zu den neueren Themen, die sich um den Schachtelhalm drehen: Als Unkraut ist die Pflanze ein echtes Problem, als Heilmittel und Pflanzenschutz aber unentbehrlich.
Zwar gehört der Schachtelhalm zu den farnartigen Gewächsen (Gefäßsporenpflanzen) und vermehrt sich durch Sporen, aber er bildet ähnlich wie die gemeine Quecke sehr starke, verflochtene Wurzeln, sogenannte Rhizome, die man kaum aus dem Boden bekommt. Deshalb wird der Schachtelhalm oft als Unkraut geschimpft. Aber der Schachtelhalm hat auch seine guten Seiten:
Dank seinem hohen Gehalt an Kieselsäure, verwendet man ihn in der Medizin bei Rheuma, Gicht und Nierenleiden.
Und auch für den Pflanzenschutz lässt sich der Schachtelhalm nutzen:
100 Gramm frisches oder 15 Gramm getrocknetes Kraut werden 1 Tag in 1 Liter Wasser eingeweicht. Dann lässt man die Brühe 30 Minuten schwach kochen, danach abkühlen und gießt sie durch´s Sieb.
Diese kieselsäurehaltige Brühe dann noch einmal mit 5 Litern Wasser verdünnen und vorbeugend gegen Pilzkrankheiten (z. B. Rosenrost) und Milbenbefall bei trockenem Wetter und möglichst an sonnigen Tagen spritzen.
Bildquellen: pixelio.de|Coastdriver|Betty





Juni 2nd, 2009 at 07:50
Super!
Obwohl ich biologisch vorgebildet bin, habe ich selten so eine informative, spritzige und umfassende Beschreibung gelesen.
Danke, weiter so!
Juni 2nd, 2009 at 10:26
Vielen Dank für das Kompliment!