Direkt vom Garten in die Küche: Gemüse selber anpflanzen, ernten und zubereiten

Posted on 12 Oktober 2011 by Laubenpieper

Schrebergarten

Schrebergarten Foto: Betty/pixelio.de

Eine alte deutsche Freizeittradition, die bei ausländischen Besuchern speziell größerer deutscher Städte immer wieder positive Überraschung und meist spontane Sympathie hervorruft, ist der momentan hierzulande wieder sehr in Mode gekommene Hang zum zentral gelegenen und selbst gehegten wie gepflegten Klein-, Schreber- und/oder Pflanzgarten. So findet man etwa in Berlin und Hamburg wie auch in den Städten des Ruhrgebiets z.T. noch sehr ausgedehnte Kleingartenanlagen, welche von ihren Pächtern oder Besitzern in der Regel liebevoll gestaltet werden, die aber in dieser Form in dicht bebauten Metropolen wie Madrid, Paris oder London quasi nicht vorhanden sind.

Die Kleingartenkolonie, noch vor wenigen Jahren in Deutschland von nicht wenigen eher skeptischen Beobachtern vorschnell als der vermeintliche Hort erzkonservativen Spießertums verdächtigt, erlebt in der Wertschätzung vieler gerade jüngerer Stadtbewohner und Kleinfamilien eine nachhaltige und scheinbar anhaltende Renaissance. Neben der meist leichten, bequemen, kostengünstigen und z.B. per Fahrrad auch tendenziell umweltschonenden Erreichbarkeit einer solchen Erholungs- und Ruheoase mitten in der Stadt und damit auch ihrer Eigenschaft als praktische Alternative zu weit entfernten Ferienzielen, punktet eine Laube“ – östlich der Elbe auch häufig noch nach dem russischen Wort „Datscha/Datsche“ benannt – zusätzlich als geschätzter Gemüse und Obstgarten für Selbstversorger.

Hobbygärtner können hier ganz nach persönlichem Geschmack und eigenen Vorlieben verschiedene Obst und Gemüsesorten anbauen, die von immer mehr Konsumenten gewünschte ökologische Anbauweise ihrer pflanzlichen Nahrung und der weitgehende Verzicht auf Pestizide kann in einem Kleingarten eigenverantwortlich bewerkstelligt und verläßlich kontrolliert werden. Noch dazu kann man in einem eigenen Garten natürlich auch mit selten gewordenem Saatgut experimentieren, und mit etwas Erfahrung und Übung nahezu in Vergessen geratene und aus modernen Supermärkten verbannte Aromen z.B. von traditionellen Äpfel-, Tomaten- und Kartoffelsorten für sich neu entdecken.

Und nicht wenige ältere wie auch frisch gebackene Laubenpieper und Schrebergärtner genießen die meist ausgeprägte Geselligkeit und gegenseitige Hilfsbereitschaft in den entsprechenden Anlagen. So ist es dort geradezu selbstverständlich, dass man sich bei schwereren Arbeiten gegenseitig zur Hand geht, sich bei Bedarf mit Werkzeug und Maschinen aushilft, bei guten Ernten diese mit den Nachbarn teilt und natürlich auch gemeinsam Feste feiert, zusammen grillt oder kocht, mal in der einen, mal in der anderen Küche, deren Ausstattung sich qualitativ oft nur wenig von denjenigen in der heimischen Wohnung unterscheidet.

Wer also die unmittelbare Nähe zur Natur liebt, aber trotzdem keine weiten Wege zurück legen möchte, wer großen Wert auf gesunde Ernährung legt und gerne die Entwicklung von Selbstangebautem verfolgt, wer Geselligkeit wie Ruhemöglichkeiten gleichermaßen mag, und wer seinen Kindern einen natürlichen und sicheren Spiel- und Entdeckungsplatz bieten will, der ist in einem Kleingarten wahrscheinlich bestens aufgehoben.

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